Kommentar: Mach bitte Licht in der Höhle

Das Jahr ist nun keine 2 Wochen alt und der erste Ritt durch die Blogosphäre inkl. aufkommenden Giftwölkchen ist durch die Höhle geschwebt. Wie so oft war ein Fünkchen das Zünglein an der Waage. Wegen einer völligen Belanglosigkeit, die aber auch zeigt, dass es 2011 alte Probleme geben wird.

Worum geht’s eigentlich? Der Caschy ist die Woche in Las Vegas auf der CES und hat das Loch mit Gastbeiträgen gefüllt. Eine durchaus lobenswerte Geste, denn der Blog hat ja nun eine Recht hohe Reichweite. Wenn ich es geschickt anstelle, gibt es mir als Gastautor eine große Bühne auf der ich mich präsentieren und empfehlen kann. In diesen Beiträgen ist nun ein Beitrag einer Microsoftmitarbeiterin aufgetaucht. Das war jetzt böse. Schließlich ist Microsoft böse. “Stand up for the free world” und so, ihr wisst schon. Hell yeah…

Es ist schon etwas ironisch, dass ausgerechnet ich mit einem Artikel über Reputationsmanagement wedele. In der t3n schrieb Jati „Reputations-Management: 11 ungeschriebene Gesetze„, von denen man nun halten kann, was man will. Punkt 4 finde ich allerdings recht spannend: Höre zweimal zu, reagiere einmal.
Diese Aussage kann man nun auslegen wie man möchte. Das Beispiel von Delicious zeigt es z.B. ganz gut, wie sich die eigene Sichtweise verändert, wenn man sich Themen ein zweites Mal annimmt. Gewisse Themen mit Abstand betrachten, würde mir hin und wieder auch gut tun 😉

In dem Fall von Caschy kann man nun über die Kommentatoren, sofern man möchte, gut über’s Leder ziehen. Es wirft sich für mich die Frage auf, wie infantil das Denken da draußen eigentlich inzwischen ist. Herr Knobloch wird noch selbst bestimmen dürfen, was er in seinen virtuellen vier Wänden veröffentlicht und was nicht. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Es geht den Leser einen feuchten Kehricht an, welche Firma wie viel Euro an welchen Blog bezahlt. Mal unabhängig davon, dass Microsoft für das Posting keinen Cent gezahlt haben dürfte. Das einzige Problem was ich sehe ist, dass er zu unpersönlich ist. Wenn die Daniela nun sich vorgestellt hätte, mit einem von oben links fotografierten Dekolleté, wo man den halben Oberarm noch sieht und sie ein Duckface macht, hätte sich vermutlich keiner aufgeregt. „Dieses kleine Internetdummchen 😉“ hätte man sich dann vermutlich gedacht.

Das ganze Spielchen mit diesen “Ich schmeiß dich aus dem RSS-Reader”-Geheule führt nichts außer zu Analogien mit den deutschen Verlegern. Die, die von Google noch Geld haben wollen, damit BigG auf deren Seiten verlinkt. Ich wünsche mir nach wie vor äußerst innig, dass Google sie endlich aus dem Index wirft. Genauso verhält es sich doch mit den Mimimimi-Kommentaren. Leute, dann geht doch einfach, wenn es eure überdimensionale Inkompetenz nicht erlaubt im RSS-Reader einen Beitrag zu skippen. Wie viele Artikel sind wohl dabei, die euch nicht interessieren? Um bei Caschy zu bleiben, mich interessiert weder seine Google-Fanboygeschichten, noch Windows, geschweige denn irgendwelche Portable-Version 395 Postings. Ich finde auch die Klitschkos und die damit verbundene McFit-Werbung Käse. Wenn Carsten aus den USA zurück ist, werde ich ihn anrufen und ihn auffordern den Krempel aus dem Blog zu werfen. Immerhin muss ich schon die Werbung im Blog ertragen! Kommerz!

Übrigens werde ich morgen hier im Blog auch einen Service vorstellen. Darf ich das noch? Welchen Leser genau muss ich eigentlich um Erlaubnis fragen?

Dieter Nuhr hat es schön formuliert: “Im Internet geht es nicht um Meinungsfreiheit, sondern um Meinungshoheit.

Oder hat man als Microsoft-Mitarbeiter nicht die Freiheit ggf. seine Produkt gut zu finden? Weil im Internet der Internet Explorer verhasst ist?

In einem Blog herrscht eine Diktatur, denn die Meinungshoheit hat der Autor – dies wird scheinbar gern damit verwechselt, als Leser etwas sagen zu dürfen.

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