Es gibt drei Arten sein Einkommen zu verwalten: regelmäßig, gar nicht oder man hat einfach genug, dass es gleichgültig ist. Letzteres scheidet leider für die meisten Leute aus. Finanz-Apps gibt es genug, eine Möglichkeit der Geldverwaltung stelle ich euch vor: You Need A Budget 4.

Das Prinzip, welches YNAB4 verfolgt ist Jahrzahnte alt. Ihr habt ein fixes Budget zur Verfügung, was bei Angestellten das Gehalt darstellt. Mit diesem Etat müsst Ihr über die Runden kommen. Die meisten tun dies – meistens allerdings auch nicht mehr. Was die Bank mit einem Dispozins von etwa 17,5% belohnt. YNAB bedient sich der Umschlag-Methode. Aufgebaut wird das System dann in 4 Regeln (die in der Tat ganz gut funktionieren)

Das erstmalige Einrichten des Budgets kann ein bisschen dauern. Nehmt euch die Zeit

1. Every Dollar Euro need a Job

Wer aufgrund seines Kontostands Kaufentscheidungen tätigt, könnte evtl. den einen oder anderen Engpass erleben. Um dies zu verhindern, trifft man die Entscheidung auf dem Budget der Kategorie und nicht dem verfügbaren Geld. Was dazu führt, dass Spontankäufe für 204 PSDs für 19$ oder 5 WordPress-Templates für 49$ recht schnell aufhören.

2. Save for a rainy day

Wir kennen das alle. Kühlschrank, Auto, Haus – irgendwo geht immer irgendwas kaputt. Da dies niemand für euch übernehmen wird, müsst ihr hierfür Vorsorge tragen. Oder andere Dinge, die zwar sicher kommen, aber nicht geplant sind, wie z.B. Geburtstage (Ich lege jeden Monat einen fixen Betrag dafür zur Seite). Es sind unregelmäßige Ausgaben, über die man sich meistens ärgert, weil sie “dazwischen” gekommen sind.

3. Roll with the punches

Es wird immer zu Rückschlägen kommen. Und in den ersten Monaten wird sicher passieren, dass ihr ein Budget überzieht. Das ist kein Problem, schaut einfach in Kategorien, wo noch was zu holen wäre, für diesen Monat und schaufelt um.

4. Live on Last Month’s income

Keep Calm and save some money. Es ist ein guter Puffer, wenn man mindestens 1 Gehalt als Dämpfer für unvorgesehene Dinge hat. Und wer bis jetzt zwischen Dispo und Monatsende lebt, den wird es sehr entspannen. Das Langzeitziel ist es, einen ausreichenden Puffer zu schaffen.

Ausgaben wie z.B. Einkäufe lassen sich schnell mit der App notieren.

YNAB bietet hier einen neuen Ansatz für alle jene, die von Monat zu Monat leben. Ihr teilt euer Geld in verschiedene Budget/Kategorie ein. Dies hat verschiedene Vorteile. Der wohl Wichtigste ist, ähnlich wie bei der Gewichtreduzierung, dass man sich aktiv mit dem leidigen Thema auseinander setzt. Ihr müsst nun also bestimmen, wie viel Geld ihr im Monat für bestimmte Dinge zur Verfügung habt. Bei den Fixkosten wie Miete, Strom, Internet ist das noch recht einfach. Bei variablen Kosten wie Kleidung, Lebensmitteln oder Restaurantbesuche wird es schon schwieriger. Gerade bei Lebensmitteln kann man sich mal nach unten hin verschätzen. YNAB kann nicht nur private Accounts, sondern auch „Small Business“ was für Blogger gar nicht so uninteressant ist (wenn man z.B. seine Einnahmen zu 100% wieder reinsteckt).

Da war noch was

Im ersten Jahr empfiehlt es sich, einen festen Betrag in der Kategorie “Dinge, die ich vergessen habe” einzuplanen. Ihr werdet einiges vergessen: eine Domain bei einem Provider, die irgendwo noch brach liegt, die ADAC-Mitgliedschaft oder die Haftpflichtversicherung, die allerdings erst in 8 Monaten wieder fällig ist. All diese Kosten müssen ja dennoch gedeckelt sein müssen.

Nachdem ihr euren Monatsplan erstellt habt, geht es im Prinzip auch schon los. Ihr müsst nun all eure Ausgaben und Einnahmen akribisch mitschreiben. Wer dies nicht will, kann z.B. eine Kategorie “Fun Money” anlegen, wo er nicht weiter beachtete Ausgaben reinwirft. Sollte eure Planung nicht funktionieren, müsst ihr eure Budgets umsortieren. Das Geld wird ja deswegen nicht mehr. Bei mir hat es etwa 3 Monate gedauert, bis sich das eingependelt hat.

Windows, Mac, Android, iOS werden unterstützt

Das Festhalten von Ausgaben kann über eine iOS bzw. Android-App erfolgen, welche kostenlos ist – oder eben mit der Desktop-Programm welches für OSX als auch Windows erhältlich ist. Die Syncronisierung kann über Dropbox realisiert werden, was eine sehr robuste Lösung ist. Auch in den Versuchen, die Dateiversionen durcheinander zu werfen, hat es das Programm geschafft, stets valide Daten zu liefern.

Einfacher Helfer

You need a Budget ist weder Hexenwerk noch Raketenforschung. Die Software ist hübsch gestaltet, bietet vielerlei Möglichkeiten (z.B. regelmäßige Ausgaben zu automatisieren). Der Blick weg vom Konto stand hin zum geplanten Budget hat einen interessanten Effekt auf die eigenen Ausgaben. Ich habe viele überflüssige Ausgaben eingegrenzt, einige völlig unter den Tisch fallen lassen. Meistens weil mein “Gadgets”-Budget es für den Monat nicht mehr hergab.

Fazit

You need a Budget ist ein praktischer Helfer, den ich vor einigen Monaten selbst empfohlen bekommen habe. Ich war mir nicht sicher, mit welcher Methode ich mein Geld besser zusammen halten kann. YNAB4 hat mir zumindest geholfen weniger unnötigen Mist zu kaufen. Es geht aber nicht nur ums Sparen, man kann sich auch ja mal etwas leisten, weil es das Budget einfach hergibt. Ich kann mir vorstellen, dass für die meisten der Blick weg vom Kontostand entscheidend sein wird.

Ihr könnt euch YNAB in einer 34-tägigen Demo anschauen. Oder gewinnt einfach eine von 3 Lizenzen indem ihr bis Freitag am Gewinnspiel teilnehmt 😉

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(Bild: Shutterstock, Münzen in Gläser)

15 Responses

  1. Enrico

    Hehe, das wäre wohl das perfekte für mich. Als Spontankäufer der am Ende des Monats regelmäßig das weinen beginnt hat mans nicht leicht, ob ich jedoch die Disziplin hätte jede Ausgabe dort zu dokumentieren? Ich bin skeptisch….

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    • Heiko

      Ja das dokumentieren klingt am Anfang nach viel Arbeit. Im Grund ist es über die Woche aber vielleicht eine viertel Stunde.
      Kreditkarte & Girokonto abgleichen geht fix von der Hand und für unterwegs hilft die iPhone App. Die übrigens eine nettes Feature hat: nutz GPS um zu lokalisieren wo du gerade bist und leitete daraus dann Daten ab die du nicht mehr eintragen brauchst. 80% meiner Bargeldeinkäufe mache zumindest ich irgendwie immer wieder in den gleichen Läden. Nach dem ersten Eintragen “weiß” die App dann, dass hier wo ich gerade bin der Rewe ist und das in die Kategorie Lebensmittel gehört und füllt das für mich vor aus. Später braucht man oft quasi nur noch den betrag eintippern was keine 10 Sekunden braucht und fertig.

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  2. Heiko

    Ich benutze YNAB nun auch seit ca. einem halben Jahr und bin weiterhin von dem Ding überzeugt. Das meiste was man dort macht, könnte man natürlich auch in einer selbstgeschraubten Excel-Datei machen, aber so geht es schöner und schneller und gerade auch die iPhone-App ist gut und eine große Hilfe beim Erfassen der Sachen.

    Kann das nur jedem empfehlen mal auszuprobieren. Mir hilft es sehr jeden Tag mein Geld zusammen zu halten und auch mal guten Gewissens etwas zu kaufen 😉

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  3. Florian

    Top Tipp!

    Eine Frage: Man kann in der Windows Version keine Sprache einstellen, oder? Schade eigentlich.

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    • Kai Thrun

      Ich werden den Wunsch gern weiterreichen. Mich stört es nicht (nutze die OSX-Version), aber sicherlich wäre es besser. Und man kann es sicherlich auch erwarten

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  4. anon

    Gerade in meine erste eigene Wohnung gezogen. Denke, das würde mir schon sehr helfen!

    Wäre echt toll, insb wegen der Android-App dazu! 🙂

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  5. niels

    Das ist mal eine Software die sinnvoll aussieht und auch sync mitbringt. Reine Buchhaltungsprogramme sind da meist zu steif oder hoffnungslos überdimensioniert.

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  6. sonja

    Ich habe eine zeit lang mal ein Haushaltsbuch geführt, aber das ist sehr aufwendig.

    Viele Grüße

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  7. Knut

    Klingt auf jeden Fall nach einer interessanten Lösung. Bisher versuche ich das “zu viel Monat am Ende des Geldes” durch eine vor einigen Jahren selbst geschriebene und extrem verbuggte Lösung los zu werden. Allerdings ohne Bugs wäre deutlich besser.

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