Fiktion: Eine grüne Airline

Ich bin heute gefragt worden, was ich über eine »grüne Airline« denke. Also eine Fluggesellschaft, die umweltfreundlicher werden möchte. Ein interessantes und zugleich komplexes Thema. Wobei komplex sich hier nicht in der Denkleistung abzeichnet, sondern in dem Rattenschwanz, der dahinter steckt. Aber ein schönes Beispiel, woraus sich auch ein sehr angeregtes Gespräch entwickelte.

Problem

Die Problematik, die dieses Vorhaben mit sich bringt, ist, dass Fluggesellschaften nicht unbedingt für Umweltverträglichkeit stehen. Auch Flughäfen haben nicht den besten Ruf. Lärm belastet Umwelt und Anwohner. Kurz: Das Image ist nicht wirklich gut. Dabei bietet die »Faszination Fliegen« eine gute Grundlage.

Wahrnehmung

Fluggesellschaften sind auch nicht gerade dafür bekannt, ein großes Augenmerk auf die Umwelt zu legen. Ich kann mich zumindest nicht daran erinnern, dass sich Lufthansa oder AirBerlin den Umweltschutz auf die Fahne geschrieben haben. Dies bedeutet nicht, dass in diesem Bereich kein Engagement stattfindet, sondern einfach dass es nicht zum Wahrnehmungskern gehört.

Fluggesellschaften identifizieren sich über den Preis oder über den Service. Die Preiskultur setzt sich in den Medien durch, wenn man sich aktuelle TV-Werbung ansieht. Auch Linien wie RyanAir haben sich über den Preis etabliert. Die zweitgrößte Fluggesellschaft der Welt SouthWest Airline hatte sich nicht ohne Umsicht “THE low-fare Airline” auf die Fahne geschrieben.

fehlende Haptik

Die Einführung einer »grünen« Airline wäre sicherlich schwierig. Fluggesellschaften sind nicht gerade für eine Preistransparenz bekannt, das müssen sie auch nicht. Eine eventuelle Preiserhöhung auf Grund von Extra-Kosten in Technologie und Innovation wäre daher schwer nachvollziehbar. Ein geringerer Spritverbrauch ist löblich, aber davon merkt der Passagier nichts (außer die Flugzeit würde zunehmen). Eine geringere Emission ist auch löblich, aber ebenso wenig nachvollziehbar. Darin liegt ein Grundproblem.

Es macht für den Konsumenten eben keinen Unterschied. Er kann das Ergebnis nur schwer prüfen. Wenn man Business statt Eco fliegt, dann kann man sagen, das der Service besser ist. Der Sitz war größer, man hatte mehr Platz, mehr Komfort. Der Konsument kann selbst prüfen, ob es Veränderungen gibt und wie diese auf ihn wirken. Ob ein Flugzeug weniger Emission ausstößt oder nicht, fällt aber nicht in den Fokus eines Reisenden.

Grundlegende Dinge, die für den Konsumenten klar aber nicht direkt greifbar sind, muss ein Unternehmen entsprechend verpacken. Ein inspirierendes »Warum«, welches tief im Markenkern verankert ist, kann hier sehr gut helfen.

Keine Stangenlösung

Ich werde euch an dieser Stelle einer Musterlösung schuldig bleiben. Das ist kein Beinbruch, denn es bedarf schon etwas Geschick und Ideenreichtum, um ein solches Vorhaben beim Kunden zu platzieren. Dies bedeutet, dass es mit einer einfachen Kampagne nicht getan ist sondern ein komplettes Markenimage her muss. Ein erarbeitetes (und verdientes) Image würde dem Ganzen auch genug Glaubwürdigkeit verleihen, um einen guten Standpunkt beim Kunden einzunehmen.

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