Die f8-Rede ist noch nicht lange her, schon überschlagen sich die Ereignisse. Es werden Timeline, OpenGraph und GraphAPI in einen Topf geworfen und solange gerührt, bis was eine lustige bunte Mischung herauskommt. So mancher kündigt seinen Account, will kündigen oder legt ihn vorerst auf Eis. In der Tat ist mit dem OpenGraph etwas hinzugekommen, was schwer zu handhaben ist. Lasst uns kurz betrachten was passiert, und wie wir das Gebilde für uns greifbar machen können.

Facebook als böser Datengrabscher?

Begrifflichkeiten

Zuerst möchte ich einige Begrifflichkeiten klären, damit wir uns nicht ins Gehege kommen. Die Timeline ist die Ansicht meines Profiles, die ein Besucher meines Profiles zu Gesicht bekommt. In Moment ist es so, dass Leute mit einer App, über die OpenGraph Einstellungen dieses Feature bereits benutzen können. Ich kann somit die Daten besser aufbereitet sehen, die ich in Moment abrufen kann. Die 1200 Seiten eines Facebook-Users speichert, hört sich erst mal enorm viel an. Wenn man sich allerdings vor Augen führt, dass jeder Like und jede Aktivität protokoliert wird, der kann sich gut vorstellen. Jeder, der einmal Serverlog-Daten gesehen hat, hat kein Problem sich dies vorzustellen. Dies soll aber nur zur Erläuterung dienen.

Wovor sich die Welt fürchtet, ist der erweiterte OpenGraph. Der OpenGraph ist die Technologie um bestimmte Verhaltensweisen abzudecken. Eben jene, die auf während der Präsentation dargestellt worden sind. Es ist damit möglich, nicht nur “Like” anzubieten, sondern es wird spezifischer. Ich höre Musik, mag eine Gruppe etc pp. Die große Gefahr besteht in der Ableitung dieser Daten, daraus den gläsernen User zu machen. Nachdem nun herausgekommen ist, das Facebook auch Daten mit sich nimmt wenn man ausgeloggt ist, gibt der Sache einen faden Beigeschmack.

Angst und Schrecken in den Medien

Das Problem vor dem wir nun stehen: Was machen wir? Wie verhalten wir uns? Schnappatmung, hysterisches Rumgekreische und fluchtartige Accountlöschungen sind da wohl eher die Kurzschlussreaktionen. Man muss Facebook aber nicht nutzen. Das hört sich zwar banal an, aber es wäre eine Konsequenz. Tut der Umwelt einen Gefallen, macht es einfach. Ihr müsst es dann nicht groß verbreiten. Einfach mal machen. Das ist ok, ehrlich, trotz Gruppenzwang.

Weniger fokussierte Nutzer, also die Masse, dürfte eher vor dem Problem stehen: Ich habe keine Ahnung, was da passiert und das gefällt mir nicht. Ich habe aber auch keine Wahl, denn alle meine Freunde sind bei Facebook.

Möglichkeiten

Wir müssen also eine Lösung finden. Diese Lösung könnte sich in mehrere Nutzergruppen aufteilen. Die Adblocker- User, könnten sich einer Scriptlösung bedienen. Diese Lösung funktioniert zumindest in Moment. Der versierte Nutzer wird mit dieser Lösung leben können. Alternativ bleibt eigentlich nur eine 3-Stufenform von Cookie-Isolation.

  • Stufe 1: Cookies leeren und blocken
  • Stufe 2: private Umgebung des Browsers nutzen
  • Stufe 3: Facebook in einen eigenen Browser verbannen

Dies wären zumindest Methoden von denen ich ausgehe, womit meine Mutter umgehen könnte. Ich bin mir aber sicher, dass mit dem Ausrollen des erweiterten OpenGraph, die Erweiterungen für euren Browser wie Pilze aus dem Boden schießen werden (zumindest hoffe ich es). Andernfalls wird Facebook ziemlich teuer werden.

Wie geht ihr mit der Sache demnächst um? Habt ihr euch darüber schon Gedanken gemacht? Ich denke, ich werde einen anderen Browser nehmen um Facebook zu isolieren. Zu einer endgültigen Entscheidung bin ich jedoch noch nicht gekommen. Ihr etwa?

2 Responses

  1. Frank

    Wie ich damit umgehe? Ich habe mit den Füßen abgestimmt und meinen Account gelöscht. Anders geht es nicht effektiv genug.
    Zwar verliere ich da viele Kontakte die ich sowieso kaum nutze und Facebook räumt einem 2 Wochen Bedenkzeit ein, aber anders bekommt man seine eigene Daten dort nicht mehr in den Griff.

    Mir waren schon die Privatsphären Einstellungen zu kompliziert um dies mal eben schnell zu machen und die Folgen der Einstellungen konnte ich nicht abschätzen, denn schreiben kann man viel und als Entwickler weiß ich, dass Programmcode nicht immer das macht wovon man ausgeht, was er machen würde. Ausserdem neigen viele Portalbetreiber dazu, “gelöscht” in die Datenbank zu schreiben statt zu löschen. Es würde mich wundern, wenn Facebook wirklich alle Daten löscht, nachdem mein Account “endgültig gelöscht” wurde.

    Aber die einzige Sprache die Facebook versteht ist die, mit den Füßen abzustimmen (solange man es noch darf und kann).

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  2. Saraj

    Vor kurzem bin ich über Google auf einen englisch-sprachingen Blog gestossen. Leider kenn ich den Namen nicht mehr, aber die hatten nen geilen Artikel drüber geschrieben, was passiert wenn Google ein Fehlter macht. Und zwar is konkret folgendes passiert:
    Der Blog hat nen Artikel geschrieben in dem es um irgendwas techniches ging bzgl. Facebook login.
    Google hat fatalerweise für einen Tag bei der Suche nach “Facebook login” diesen Artikel auf platz eins gehabt, anstelle von Facebook selbst.
    Kurz darauf sinde tausende beschwerde Kommentare unter dem Artikel zu sehen, in der sich leute darüber aufregten das der neue Login kacke wäre und das sie den alten zurück wollen. Sie könnten sich nciht einloggen. Der Blog war jetzt auch keine 1 zu1 Kopie von Facebook.
    Diesen Usern wird man im Leben nicht beibringen können, das Cookies gelöscht werden sollten oder zwei Browser genutzt werden sollten….

    Deshalb besser gleich das Netzwerk wechseln, nach dem Motto G+ is besser, sagen “alle” auch die Bild!

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