Social Seating und Coworking-Space am Flughafen – fiktive Ideen

Ich habe im letzten Artikel über KLMs Meet & Seat geschrieben und das man dies verlängern müsste. Wie einige von euch wissen, habe ich im Dezember ein Grobkonzept für “Social Media an Flughäfen” geschrieben und es einigen Flughäfen unverbindlich und kostenlos zur Verfügung gestellt. Unverbindlich war wohl das Problem, dass es leider nur 1 deutscher Flughafen geantwortet (trotz vorheriger Erkundigung über Ansprechpartner etc pp). Es ärgert mich natürlich, dass man hierzulande oft auf taube Ohren trifft.

Unterhaltung sieht anders aus

Ich möchte euch heute einfach mal 2 Ideen als Spielball rüberspielen, da der ein oder andere nach dem PDF fragten. Es ist keine außergewöhnliche und besonders kreative Ideen, denn die Eigenschaften und Besonderheiten jedes Airports können nicht berücksichtig werden. Es wurden auch bereits Ideen umgesetzt. In Frankfurt und München hat man für Passagiere kostenloses W-Lan eingerichtet. Dies nützt nur dem Geschäftsreisenden wenig, wenn er keine Ruhe hat und IP-Telefonie gesperrt ist.

Tagclout / Twitterwall

Endverbraucher haben unabhängig der Fluggesellschaft die Möglichkeit in einer Lobby oder einem Raum auf dem Flughafen zu vernetzen. Dies geschieht über bestimmte Hashtags am Flughafen oder über die Flugnummer. Hier käme auch KLMs Social Seating wieder zum Tragen, denn man könnte seine Bekanntschaft von vorher schließen. Eine Art »Meet & Greet«-Zone. Denkbar sind natürlich auch Flug übergreifende Bekanntschaften.

»Benötige iPhone Ladekabel + Steckdosenstecker #DUSMNG«
»Ich habe eines – kommen Sie zum Sitz 45 Reihe 3«

DUSMNG steht hier für DUS als Flughafencode und MNG für Meet & Greet. Der Hashtag soll ja auch nur als Beispiel dienen. Es geht letztlich darum, dem Reisenden die Zeit und den Aufenthalt am Flughafen so gut und kurzweilig zu gestalten, wie es möglich ist. Dies wäre eine Möglichkeit, um eine Zielgruppe in den Bann zu nehmen. Natürlich ist nicht jeder Flugreisende bei Twitter oder kennt den Dienst, daher könnte man durch Terminals und Gastaccounts einen Zugang gewähren. Wer mit Twitter vertraut ist, aber einen leeren Akku hat, könnte sich in einem »Laderaum« niederlassen, wo man verschiedenste Ladestationen vorhält. (Ich meine in Paris CDG Terminal 2F werden zumindest iPhone-Kabel angeboten)

Wie ihr seht, ist es ähnlich wie im Fall von KLM. Wenn ein Stein erst mal angestoßen ist, braucht es nicht viel, um die Idee weiterzuspinnen und auszubauen, um sein Angebot an den Gast zu verbessern.

Geschäftskunden

Für Geschäftskunden könnte ein Flughafen Dreh- und Angelpunkt werden. Ich würde einen Coworking-Space an einem Flughafen einrichten. Feste Räume, die kostengünstig genutzt werden können. Die Betonung liegt hier auf kostengünstig. Natürlich gibt es an Flughäfen Konferenzräume, aber diese rechnen sich eben erst ab einer gewissen Personenzahl. Man könnte es fast wie eine moderne Telefonzelle gestalten. Also so wie früher, wo man diese Sitzkabinen für Ferngespräche noch hatte.

Vielleicht treffe ich mich auch in einer fremden Stadt mit anderen Leuten. Meistens kommen ohnehin alle am Flughafen an und halten dann ihr Meeting gern mal in einem Café. Ein Raum, der funktional ausgestattet ist, würde da weiterhelfen. Der Preis sollte allerdings nicht all zu astronomisch sein – eben für jedermann zugänglich.

Vielleicht bin ich aber auch auf der Zwischenreise und möchte in Ruhe noch etwas abarbeiten. Dazu benötige ich einen Internetanschluss, der vielleicht eben IP-Telefonie ermöglicht. Dort gibt es einen Drucker und ein Faxgerät, wo ich noch Branchen aus dem letzten Jahrhundert bedienen kann. Die Fläche müsste nicht groß sein. Es würde aber sehr zu der Annehmlichkeit meiner Reise beitragen.

Damit niemand kommt und sagt, »ees hätte wenig mit Social Media zu tun«: Das Buchen würde man über eine Facebook-App absolvieren können oder Twitter oder Mail oder eigentlich ist es auch völlig egal, wenn auf der anderen Seite kein “Twitter-Reply-Redakteur” sitzt (der außer Antworten eben nichts darf, das Problem sitzt nicht beim Personal, sondern 1 Etage höher).

Grundsätzlich

Dies sind nur 2-3 Ideen zum Thema »wie Social Media einen Flughafen als Ort verbessern kann« – über Dinge wie Valet Parking oder das Entertainment von Kinden während der Urlaubsreisezeit sind Dinge, die man sicher besprechen darf. Nicht zuletzt den Informationsgewinn aus den Daten, der aus den resultierenden Fragen in eine FAQ / SAQ (should ask-questions) optimal aufbereitet werden können.

Die entscheidende Frage (für mich) ist weniger, was umgesetzt wird – sondern welche Dinge daraus langfristig entstehen können. Einen Guide für Verhalten am Flughafen z.B., wie ihn Sven letztens geschrieben hat. Oder wie das Beispiel KLM zeigt, wie durch einfache Sachen 1-2 Jahre später, wirklich tiefgehende und komplexe Themen angegangen werden. Ich hoffe demnächst mal KLM fliegen zu können, ich will nämlich dieses Meet & Seat mal selbst auszuprobieren.

Weitere Themen die man an so einem Ort spielen könnte: Spotter (also Leute, die gern Flugzeuge fotografieren), Fliegerei-Begeisterte, Urlaubsreisende, Geschäftsreisende. Die Frage sollte nicht lauten, mit welcher Technologie ich ein Problem bewältige, sondern wie kann ich die Qualität des Aufenthalts verbessern?

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