Maßnahmen bei der Shop-Optimierung

Nachdem ich schon ein wenig über die Einflüsse der conversion rate geschrieben habe, möchte ich das Thema in einem weiteren Schritt abrunden. Es geht um die oftmals unbedachte Reihenfolge bei Shop-„Optimierungen“. Dies hat zur Folge, dass sich kurzzeitig der Absatz steigert, langfristig eher in die Kategorie „unfunf“ fällt da es einfach zu kurz gedacht ist.

Das Problem ergibt sich i.d.R. aus der Unwissenheit der Shopbetreiber. Das soll kein Vorwurf sein, sondern ist eine Tatsache. Denn wer seinen Shop voran bringen will, greift zum Telefon und ruft wen an? Na? Na, komm. Genau! Den SEO. Und der gute Kunde möchte mehr Besucher und Platz 1 bei Google 😉 (sncr)

Das funktioniert allerdings nur bedingt. In der IT-Branche schon mal überhaupt nicht. Dort ist die Marge meist zu gering um die aufkommenden Kosten mit den Betriebskosten und den Ausgaben für den SEO deckend bzw. gewinnbringend zu gestalten. Aber das ist ein anderes Thema. Natürlich bleiben meine Kosten online auf den ersten Blick „gleich“. Ich habe mehr Besucher, gleiche conversion rate, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Hurra. Ich habe aber auch mehr Ausgaben, Freunde der Sonne. Höhere Betriebskosten, mehr Arbeit (Personal), mehr Verpackung, mehr Porto – schlichtweg mehr Aufwand. Das rechnet sich nicht in jeder Branche, daher Obacht!

Daher ist der goldene Esel „mehr Traffic“ nicht immer die elegantste Lösung. Wer nicht gerade vor dem Konkurs steht, sollte sich die Zeit nehmen folgende Reihenfolge ins Auge zu fassen:

  1. conversion rate
    Es gilt die CR zu maximieren. Eigentlich ein ständiger Prozess auf den ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte. Denn die Ursache und die Lösungen werden so verschieden sein, wie jeder Shop selbst. Ggf. sollte man sich jemanden zu rate ziehen, der hierbei behilflich ist.
  2. Marketing (intern)
    Vorerst intern. Im Shop. Aber bitte alles in Maßen. Ein übertriebenes „Be-Bannern“ des Shops wird dazu führen, dass der Besucherstrom einbricht (Frustration des Besuchers; Thema für Usability). Das beginnt mit dem inzwischen etabliertem Cross-Selling, Produkthervorhebungen, call to action(s), Landingpages / Microsites, Bundles von Produktgruppen, Zugaben, Gutscheine und und und…
    Ziel sollte es sein, den durchschnittlichen Warenkorbwert zu erhöhen. Interessant dabei ist außerdem, dass man das Marketing des Herstellers anstupsen sollte. Die sind i.d.R. recht aufgeschlossen gegenüber Kampagnen und lassen auch den ein oder anderen Taler liegen (aber nicht mit dem Kunden verraten, pscht!)
  3. Traffic
    Nachdem wir nun einen „coolen“ Shop haben. Wo der Kunde bequem durch den Checkout-Prozess sausen kann, noch ein paar Goodies mitnimmt, die Produkte „angepriesen“ werden – JETZT holen wir uns die Masse in unseren virtuellen Laden. Sie vorher durch das ein oder andere Nadelöhr zu stopfen, macht beiden Seiten keinen Spaß.

Eigentlich ist es recht „einleuchtend“. Ich baue erst den Parkplatz mit angeschlossener Zufahrt, bevor ich für meinen „Tante-Emma-Laden“ die TV-Werbung schalte. Wie so oft ist eine gute Planung eine durchaus komfortable Ausgangssituation. Viel Spaß und Erfolg beim Abverkauf 🙂

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