The next big thing wird keines sein

Da war es nun gestern soweit, Onlinegigant Google betätigte den Buzzer. Mit dem Release von Google Buzz ging abermals ein kleiner Hype durch das Netz. Google Buzz wird nicht das nächste “big thing” werden. Genauso wenig wie Foursquare. Experten treten ihre fachkundige Meinung los und andere kommen vor Lachen nicht in den Schlaf. Wie naiv sind die meisten eigentlich, dass jeder neue Dienst als “the next big thing” diskutiert wird? Ein paar Impressionen eines nicht Fachkundigen.

Da eierte gestern also dieses “Buzz” durch die Gegend. Ja schön. Und? Und? Und jetzt? Die Frage konnte irgendwie niemand so richtig beantworten. Jedenfalls ist es keine 24 Stunden danach, dass die Ernüchterung eintritt und man sich mit “Buzzhaltestelle”, “Airbuzz” und anderen Wortgestaltungen/ Witzen seiner Erheiterung freien Lauf lässt.

Was ist denn aus Wave geworden? Dieses große Ding wo jeder (bis auf mir) einen Account brauchte. Die Accounts gingen in der Bucht (ebay) für 20-100+ Euro über den Ladentisch. Für eine schlichte Einladung. Nur damit die Scharr von selbst profilierenden Typen mit aufgeblasener Brust hinstellen konnte um zu sagen “ich habe einen Account”. Ja, du hast einen an der Pfanne und was machst du damit? Keine Ahnung… 😕

Nehmen wir Twitter als “Big thing”. Wie lange gibt es Twitter denn schon? Ich habe über ein Jahr gebraucht um mich bei Twitter zu registrieren. Es lag weniger daran, dass ich mit dem Login-Dialog nicht zurecht kam, sondern viel mehr, dass ich die Chancen und Möglichkeiten nicht erkannte. Was ich damit verdeutlichen möchte ist, dass “big things” nicht über Nacht kommen und auch in Zukunft nicht kommen werden. Die Blase, die sich in solchen Zusammenhängen bilden, ist viel zu groß als das in der Reaktionszeit eine Beständigkeit nachgeliefert werden könnte.

In der Presse liest man dann oftmals: “Platzhalter1 bringt Platzhalter2 auf den Markt. Das wird der Platzhalter3-Killer” – spätestens bei dem inzwischen “ausgelutschten” Wort Killer, kann man ohne schlechtem Gewissen irgendwas zu verpassen, die Nachricht ungelesen dem virtuellen Kompost zuführen. Das Thema wird einem ohnehin noch von Leuten nahe gebracht, die sich über den täglichen Hype irrelevanter Themen ärgern.

Aber was könnte was werden? Im Bereich der Onlinespiele wird sich sicher Browsergames durchsetzen (in 3D). QuakeLive macht es vor und EAs Tiger Woods PGA Tour Online Beta erfreut sich auch schon hoher Beliebtheit, da mit Shotonline schon ein Markt für diesen Sektor gelegt worden ist. Sicherlich ist die Gamingbranche eine ganz andere als die o.g. Onlinedienste. Es soll nur unterstreichen, dass einem großen Wurf meistens kein Hype voraus eilt.

Es gibt in Moment kein next big thing. Das ist zum Einen kein Problem und zum Anderen kein Grund bei jeder aber auch nur kleinsten Veränderung in völlige Euphorie zu verfallen. Die CeBIT kann zumindest aus Lesersicht amüsant werden dieses Jahr…

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