Das Design entscheidet über ihre Kompetenz

Ich kann nicht wirklich sagen, wie oft ich diesen Text spätestens bei XING schon in vielen verschiedenen Variation geschrieben habe. Es hört sich banal an, kommt aber dicker als man denken mag. Das Design einer Firmenwebseite entscheidet auch über die fachliche Kompetenz, die man an den Tage legt.

Das Internet ist seit Jahren aus den Kinderschuhen der 90er heraus gewachsen. Ich wähle mich nicht mehr auf einer Blackbox ein, um mir Ascii-Bilder anzuschauen. Was vielen Unternehmern nicht wirklich bewusst ist, dass ihre Webseite auch bis zu einem gewissen Grad ihre Fachkompetenz widerspiegeln. Letztlich zahlen diese Unternehmer auch doppelt und dreifach und haben es auch nicht besser verdient.

Frontpage, Webdesigner Karstadt SuperBox Deluxe 2010 oder NetObjects und wie sie alle heißen, werden euch im professionellen Bereich nicht helfen können. Die Programme nehmen einem die Arbeit ab klar. Die Ergebnisse sind jedoch nicht wirklich gut, also vom Quellcode. Das Design ist ohnehin in 99,5% eine mittelschwere Katastrophe. Denn es mangelt an Know-How. Diese Programme können das Wissen über Usability, Zeitgefühl oder Farbenlehre nicht ersetzen. Vor allem können sie die Erfahrung nicht ersetzen.

Kommen wir zu dem wirtschaftlichen Teil. Das versteht zwar auch nicht jeder Unternehmer, aber man sollte es annehmen. Sie butchern also vor ihrem Computer, von dem sie ohnehin nicht viel Ahnung haben. Das ist kein Verbrechen, ihre Stärken liegen eben woanders. Ich habe ja auch nicht von allem eine Ahnung. Muss ich auch nicht, will ich auch nicht. Sie verschwenden also ihre Zeit damit, sich Wissen anzueignen, was sie

  1. nicht brauchen
  2. nicht in 3 Tagen lernen können
  3. hinterher sowieso um die Ohren geschlagen bekommen.

Das macht einfach keinen Sinn. Was vielleicht noch wichtig ist – sie haben niemanden, der dafür haftet, wenn etwas nicht funktioniert und oder es eben wieder in Ordnung bringt.

Wie man unschwer erkennen kann, steht das Wasser eigentlich schon ziemlich tief im Boot. Mit der nächsten Welle schwappen allerdings die Besucher auf die Seite. Schließlich will man ja gefunden werden und allen die Arbeit zeigen. Sie werden sicherlich auch gefunden. Vermutlich sehr selten. Ein Auftrag wird höchstens per Zufall zu Stande kommen.

Der Trend, der sich im letzten Jahr anbahnte und in diesem Jahr fortsetzt ist Emotion. Einen Teil werden sicherlich auch die sozialen Netzwerke dazu beitragen. Das ist aber nebensächlich. Wenn ich auf einer Seite bin, die mies gestaltet ist, dann schießen mir in der Regel eine Fragen durch den Kopf: Wenn das Unternehmen sich so der ganzen Welt präsentiert, wie sieht es bei denen in der Firma aus? Wenn die so arbeiten wie die Webseite aussieht, na dann mal schnell weg.

Hinzukommen aber noch andere, ganz typische Faktoren die zu einem Absprung führen. Die erforderlichen Informationen werden nicht gefunden. Denn der Firmeninhaber und designierter Webdesigner hat schließlich alles auf die Seite geschrieben, was ihm wichtig ist. Das interessiert zwar den Besucher in erster Linie überhaupt nicht, aber es steht dort erst mal. Wir haben auch noch unseren ganzen Hof fotografiert, die Katze ist mit drauf, die Hunde … mal im Ernst, liebe Unternehmer: geht ihr auch ans Telefon und meldet euch mit „Hallo, hier ist Firma Sanitär und Webdesign Müller, was kann ich für Sie tun? Bevor Sie antworten möchte ich Ihnen noch erzählen, dass unser Kater Josef gestern eine Maus gefangen hat. Also, was möchten Sie?“

Nein? Wirklich nicht? Dann werfen Sie mal einen Blick auf Ihre Webseite. Ich könnte meinen, ich habe etwas anderes gesehen…

PS: Wo suchen die Leute heutzutage zuerst, wenn Sie nicht weiter wissen?

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