Es gibt viele Arten von Kunden, die ein Unternehmen, Dienstleister, Händler so haben kann. Den nervigen, den besser wissenden, den einfachen oder den bekannten Stammkunden. Stammkunden haben einen höheren Wert in der Aussage. Das liegt daran, dass unser Hirn mit dem Begriff direkt einige Verbindungen aufbauen kann.

Den Kunden schwärmen oder nur Rechnung zahlen lassen?

Stammkunden

Stammkunden gehören und bilden den »Stamm« der Unternehmung. Wir assoziieren damit eine Reihe von Dingen, die wir einem Stammkunden oder A-Kunden entgegen bringen. Stammkunden bringen dem Unternehmen einen hohen Umsatz (eben als A-Kunde), kaufen dort viel ein, bekommen einen höheren Rabatt, genießen vielleicht einen ausgeprägteren Service (oder überhaupt Service). Die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Gerade Service kann man auch einkaufen, z.B. in Form eines Status.

Gäste und Schauspieler

Wie ihr wisst, bin ich ein Disney-Fanboy. Aber Disney hat für seine Kunden einen besonderen Namen. Kunden sind Gäste. Das macht sich Disney nicht nur in die Parks zur Aufgabe. In den Parks gilt dies jedoch noch viel, viel stärker – man ist Gast. Und weil man zu Gast bei Disney ist, sind die Mitarbeiter eben Teammitglieder und Teil der Besetzung. Dies hat zur Folge, dass ein Mitarbeiter im Park nicht Schicht hat, sondern seine Show / Bühne betritt.

Dies klingt im ersten Moment vielleicht logisch, weil Disney ja ohnehin etwas mit Filmen macht. Wenn der Mitarbeiter aber auf seiner Bühne ist, dann spielt er eine Rolle. Dies führt jedoch auch dazu, dass er während seiner Rolle irgendwo rauchend an der Ecke steht. Dies ist aber nur ein kleiner Nebeneffekt. Wenn man etwas näher darüber nachdenkt, passt dieses komplette Puzzle sehr gut zusammen. Es führt dazu, dass man sich und sein Verhalten ganz anders wahr nimmt.

Kunde beim Amt

Gehen wir vom vielleicht besten Beispiel zum schlechtesten Beispiel. Das Arbeitsamt. Die Agentur für Arbeit. Ich bin dort nicht »(Hilfs-)Bedürftiger«, Arbeitsuchender oder Arbeitsloser – ich bin Kunde. Ja es klingt schon grotesk. Kunde. Den Begriff „Kunde“ verknüpft das Hirn im Allgemeinen mit dem (Einzel-)Handel. Ich, der Kunde, möchte ein Produkt oder eine Dienstleistung erwerben. Dann bin ich Kunde. Der Verkäufer hat dann auch einige Verpflichtungen mir gegenüber und sollte meine Erwartungen erfüllen. Diese gedanklichen Verknüpfungen sind mit der Agentur für Arbeit natürlich völlig abwegig. Ich bin dort namentlich Kunde, in Wirklichkeit bin ich aber nicht in einer gleichgestellten Position.

Der Name bestimmt den Einstieg

Der Titel oder die Bezeichnung eines »Kunden« ist also schon maßgeblich in der Handhabung der Produktabnehmer. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob ich Dienstleister, Händler oder Blogger bin. Jeder, der etwas im Angebot hat, sollte sich darüber Gedanken machen, wie er sein Gegenüber einstuft – da kann ein diskreter Spitzname (für euch selbst) schon direkt den Einstieg beeinflussen. Positiv wie negativ.

Kai Thrun
Autor

Hallo, ich bin Kai - der Autor dieses Blogs. Ich setze mich mit Kommunikation auseinander und halte meine Erfahrungen und Gedanken in diesem Blog fest. Ein Mensch widmet sich in seinem Leben jedoch mehr als einem Thema. Daher findest Du in diesem Blog vielleicht auch Themenwelten, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen.

4 Kommentare

  1. Das ist gar nicht so einfach. Ein Kunde hat etwas „abgegriffenes“. Lieber würde ich im Supermarkt als Käufer oder Konsument angesprochen werden.
    Und es kann sich ja nicht lediglich an dem Austausch von Waren- und Geldströmen festmachen. Sonst wäre die wöchentliche Müllabfuhr, die meine Rohstoffe in Empfang nimmt, ein Kunde. Dieser Kunde verlangt auch noch Geld (noch!) von mir.
    Partner finde ich fast zu verpflichtend aber wiederum mit einer Distanz, die sagt: Morgen kanns anders sein.
    Auch juristisch gibt es einiges zu beachten. Nenne ich jemanden, der zum Beispiel bei einer Vereinsfeier hilft, ohne Vereinsmitglied zu sein auf der Website dann: Wir danken den Förderern / Spendern, dann bin ich beim FA in Erklärungsnot.
    Bei meinem Blog würde ich einfach in ein paar wenige Leser und millionenfache Nichtleser unterteilen.
    Die Showbühne betreten wir täglich. Unser erster Kunde / Kritiker / Beobachter sind wir selbst wenn wir dem Spiegel gegenüber treten.

  2. Kunde.
    Was auch sonst. Bauherr evtl. noch. Aber auch der ist ja nen Kunde.
    Bei uns kauft jemand eine Dienstleistung bzw. ein Objekt, somit ist er kein Partner.
    Auch ein Subunternehmer den ich beauftrage würde ich nicht als Partner bezeichnen, selbst wenn wir gegenseitig von einander abhängig sind.

    Ich bleib dabei, Bauherr oder Kunde. Ne andere Bezeichnung würde nicht passen.

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