MagicRun Weekend: Halbmarathon im Disneyland Paris

Als ich mich vor gut 10 Wochen zum Halbmarathon im Disneyland Paris anmeldete, war das aus einer Laune heraus. Wer mich kennt, weiß, es gibt vermutlich keine bessere Konstellation. Wie tief meine Bindung zum Disneyland Paris allerdings sitzt, war mir selbst nicht bewusst.

Ich machte mich also am Freitag auf den Weg nach Paris und hatte noch ein paar Hürden zu nehmen. Mein Mailfach klemmte und spuckte mein Disneyland-Ticket nicht aus, die Rezeptionistin sprach kein Englisch und ich (je ne parle pas françias) verstehe kein fränzösisch. Google Translate sei dank, schaffte ich es, meinen Samstag zu retten. Ich konnte das Ticket im Hotel drucken.

Ich musste Samstag zum Park, um meine Startnummer und meinen Parkgutschein abzuholen. Kaum angekommen, kann ich es nicht besser beschreiben als feeling pumped. Es schoss so viel Adrenalin und andere Stoffe durch den Körper, ich hatte 1,5 Stunden Gänsehaut (WTF?)! Es war ein Wiedersehen nach 7 Jahren. Es gibt wohl für mich kaum einen geeigneteren Ort zum Laufen. Nachdem ich meine Startnummer und Unterlagen zum Auto brachte, verbrachte ich noch einen herrlichen Tag im Park und den Studios.

Der Renn-Sonntag


Startzeit: 7:00 Uhr. Es wurde gebeten bis 6:30 Uhr sich einzufinden, was für mich bedeutete, ich stehe 5:20 Uhr auf. 30 Minuten Anfahrt, 15 Minuten vom Parkplatz bis zur Startzone und etwas Puffer. Natürlich wachte ich schon um 4:30 auf, weil ich das Team #MehrvomTag unterstütze. Ich bin dann um 5:20 losgefahren, um erst einmal in einer Vollsperrung auf der A4 zu enden. Ich habe kurzzeitig gedacht, jetzt verpasst Du den Lauf, weil Du 10km vorm Start im Stau stehst. Dank einer Raststätte und Navi schaffte ich es aber pünktlich. Es war mir fast zu viel Aufregung am frühen Morgen.

Die Startzone war in 3 Kategorien eingeteilt, die sich aus der vorher angegebenen Zeit ergibt, die man erwartet zu laufen. Ich hatte geschätzt, dass ich 2:05:00 laufen würde. Was ich nicht wusste, aber total logisch ist: Es geht beim DisneyRun nicht um die Zeit. Es geht um den Spaß. Die langsamste Gruppe bestand gefühlt aus 75% Cinderellas, Tinkerbells, Peter Pans, Piraten – von Tütü bis komplettes Kostüm war alles dabei. Auf der Bühne wurde den über 6.700 Läufern auf 41 Nationen eingeheizt. Sonnenaufgang inklusive.

Der Start erfolgt pulkweise und nachdem ich in der Gruppe für schnellere Läufer stand, wartete ich 30 Minuten, bis es gegen 7:30 Uhr endlich losging. Es hämmerte noch ein »ARE YOU REEAAAADDDYYYY????« aus den Boxen für Großveranstaltungen bevor ich mich auf den Weg durchs Disneyland machen sollte.

Der Lauf

Was soll ich sagen? Die ersten 7km waren überwältigend. Man muss sich vorstellen, es ist 7:30 Uhr in der Früh und die Wald Disney Studios als auch der Disneyland Paris Park sind in Betrieb. Das volle Programm: Licht, Musik in Konzertbeschallung, fahrende Fahrgeschäfte und Mitarbeiter des Parks an allen Attraktionen, die einen anfeuerten!

Der Weg führte über den Vorplatz hinter die Studios, um dann durch rückwärtig durch Studio 1 zu laufen. Es ging weiter durch die Tramtour über Versorgungswege in den Park, um durch Adventureland zu laufen. Angekommen in der Mainstreet USA stand dort Mickey, um Fotos mit den Läufern zu machen. Es standen dort bereits etwa 100 Leute in der Schlange. Richtig gut!

Ich habe kurz überlegt, habe dann aber beschlossen, die Strecke durchzuziehen, auch um einen gebührenden Abschluss für meine 90-Tage-Challenge zu finden (Artikel dazu folgt). Inzwischen war ich auch schon seit KM1 mit einer Dame unterwegs. Sie gab eine Pace von etwa 5:40 vor, was bedeutete, sie wolle unter zwei Stunden bleiben. Ich hatte mir dieses Ziel auch irgendwann mal während meine Challenge gesetzt, dann aber wieder verworfen, weil ich nicht fürs Laufen trainiert hatte. Egal, Damen können ja durchaus eine Motivation sein.

Dieser Antrieb zahlte sich aus als wir im Außenbereich, um die Parnterhotels von Disney liefen. Es ging kilometerweit bergauf, nicht viel, aber so, dass es beim Laufen nervt. Wir zogen uns gegenseitig und lagen weiterhin bei 5:30-5:40 (KM10-15). Ich hatte auf dem Plan vorher gesehen, dass die Spitzkehre bei km 14 den Rückweg bedeutete.

Ab KM16 ging es dann durch das Areal der Disney Hotels. Ins Sante Fee rein, komplett durch die Western-Stadt, an verwirrt schauenden Hotelgästen und von hinten durchs Hotel Cheynne am Hotel New York vorbei (KM18), und vor Disney’s New Port Bay Club rum. Die dortigen Brücken haben mich dann gerissen. Ich musste leisen und langsamen Abschied von meiner Laufbekanntschaft machen. Keine Siegerparty, keine Champagnerdusche…

Die letzten Kilometer gingen dann zurück durch das Disney Village über den großen Vorplatz Richtung Disneyland Hotel, um dann davor zu den Walt Disney Studios abzubiegen. Auf dem Vorplatz war es langsam voll, denn es war inzwischen 9 Uhr und die Besucher strömten in den Park. Die zwei Kilometer gingen nochmal durch die Hollywood Tour, um dann über den Markplatz des Moteurs… Action! Stunt Show Spectacular zu laufen. Von unten sieht das Ganze noch beeindruckender aus.

Zielgrade durch die Studios. Ich mobilisierte noch mal alle Kräfte, um vom Aerosmith Coaster bis Stich Live (Zieleinlauf) ein paar Sekunden zu machen. Ich war fertig. Die Pace auf dem letzten Kilometer lag bei 6:34 und ich konnte im Ziel wirklich nichts mehr. Allerdings habe ich mein (sekundär) Ziel, den Halbmarathon unter 2 Stunden zu absolvieren, erreicht! 1:58:00 ist nicht nur eine wunderbare Zeit, sondern auch meine neue persönliche Bestzeit (4 Minuten schneller als bisher).

Fazit

Der Disneyland® Paris – Val d’Europe Half Marathon war mein erster Halbmarathon im Rahmen einer Veranstaltung. Er ist das perfekte Ende meiner 90-Tage Sport-Challenge. Es war ein echtes Spektakel und es steht fast außer Frage, ob ich ihn im kommenden Jahr wieder laufen werde. Ich nehme es mir zumindest vor und beabsichtige, alle 3 Läufe zu machen (5, 10 und 21km). Dann steht der Spaß im Vordergrund, so wie es im Disneyland sein soll.

Ich hatte riesigen Spaß. Danke allen Mitläufern, die diesen Lauf zu einer echten Geschichte gemacht haben.

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