Path: ein kleines Stück Privatsphäre

Das Social Network Path ist nach der Begeisterung in den Staaten zu uns herüber geschwappt. Wer Path noch nicht kennt: Es ist eine App, die durch ihr gutes User Interface und die einfache Handhabung punktet. Die Freundeszahl ist auf 150 begrenzt und das Netzwerk ist zurzeit nur mobil verfügbar.

Privatsphäre voraus

Wie letzte Woche im Artikel von Martin Weigert zu Path zu lesen war, geht es vielen Usern um die Intimität. Ich stimme Martin hier völlig zu, denn der Dienst bietet hier einige Vorlagen, um bei einer Ablehnung einer Freundesanfrage nicht in Verlegenheit zu geraten.

Hier könnte ein »privates« Plätzchen entstehen. In diesem noch kleinen Stück mobiles Internet können viele User auch einfach neu anfangen. Mir geht es so und vielen anderen auch. Ich mag nicht von Müdigkeit sprechen, denn das bin ich nicht. Aber ich habe wenige Plätze, wo ich wirklich Persönliches abladen könnte (sofern man so etwas überhaupt im Netz abladen möchte).

Durch die Restriktion auf 150 User werden auch Verlegenheits-Anfragen eher abgelehnt. Ich habe auf Facebook zwar auch die Möglichkeit von nur 5000 Leuten »Freund« zu sein, dies reicht jedoch aus, um 99,5% der Accounts zu bedienen. Mit Einführung der Abonnement-Funktion ist es zwar möglich eine Freundschaftsabfrage auf ein Abonnement umzubiegen, aber wirklich nutzen dürften es die Wenigsten. Path bietet hier eine gute Ausrede für eine Ablehnung.

Simpel und umfassend

Bei Path einen neuen Abdruck hinterlassen

Das Netzwerk erhält im Silcon Valley hohen Zuspruch. Der Grund ist offensichtlich. Es ist einfach zu bedienen und habe eine umfassende Selektion meiner Vorlieben. Ich kann unterscheiden zwischen Bildern, Personen, Orten, Musik, Gedanken und meinem Schlafrhythmus. Instagram, hashable, 4Square, Twitter in einen Topf geworfen. Ich kann also so ziemlich jede Stimmung einfangen und anderen mitteilen. Die Mitteilung, ob ich schlaf oder wach bin, erspart ein Tägliches guten Morgen / gute Nacht.

Die App kann aber noch mehr – wie z.B. durch den Ortswechsel den aktuellen Aufenthaltsort automatisch angeben. Ob man das möchte, steht auf einem anderen Blatt Papier. Eine kleine Vorstellung des Netzwerkes findet ihr auf der Website.

Web-Interface

Was ich in Moment vermisse, ist ein Web-Interface. Ich kann meine Abdrücke in anderen Netzwerken platzieren. Der dort angegebene Link führt auf eine Webseite, wo ich den Post sehen kann. Dies lässt zwar Spekulationen offen, dass eine Webseite nachgereicht wird, aber in Moment gibt es sie schlicht nicht.

Prognose

In Moment lebt der kleine Helfer von dem Hype digitaler Reichweitengrößen. Ein Hype hilft jedoch nicht immer, wie man im Fall von Amen unweigerlich feststellen musste. Path hat durch einige aktive Nutzer gute Karten auch hier zulande Fuß zu fassen. Die Innovators sind schon längst Stammkunden. Um auf dem richtigen Pfad zu bleiben, bedarf es noch einige Leute. Da ich selbst schon mir einen 2. Blick gewähre, nachdem ich es vor 4 Wochen unter »brauchst du nicht« abgehakt hatte, sehe ich gute Chancen sich zu etablieren. Die Frage wird sein, wann man die Early Adopter überwunden hat. Langfristig muss man sich die Gretchenfrage gefallen lassen, wie sich das Netzwerk finanzieren will.

Wie siehst mit euch aus? Ich weiß ja, dass einige von euch Path auf ganz unterschiedliche Weise nutzen. Hat es das rote Icon schon auf den Homescreen eures Smartphones geschafft?

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