Social Media: Definieren Sie eine Zielgruppe – nur wenn Inhalt generiert wird!

Jeder, der mal ein Marketingbuch aufgeschlagen hat, wird es gelesen haben: Definieren Sie eine Zielgruppe. Dieser Tipp findet sich in so ziemlich jeder x-beliebigen Anleitung für die ersten Schritte von Social Media-Aktivitäten wieder. Es ist auch richtig, allerdings ist dieser Anleitungspunkt an eine Bedingung gekoppelt: Es gilt nur, wenn Inhalt generiert wird.

Nicht verrückt machen lassen - Ruhe bewahren

Inhalt

Der Inhalt (Content) des Angebotes im Social Web kann sich völlig vielfältig darstellen. Die meisten betreiben Gewinnspiele, binden (Werbe-)Partner mit ein, lassen sich Kampagnen von Agenturen konzipieren, gehen auf bestimmte Termine (Weihnachten, Ostern) ein. Es wird versucht, einen »Mehrwert« zu generieren. Das funktioniert hin und wieder unauffällig gut. Reduziert man diese Sachen auf die wesentlichen Bestandteile, sind es aber nur Marketingaktionen, die es auf anderen Plattformen bereits gegeben hat.

Service

Definiert doch jetzt mal bitte die Zielgruppe für @Telekom_Hilft oder die @DB_Bahn. Ist die Zielgruppe männlich, weiblich, in welchen Alterspannen bewegen sie sich, welche relevanten Merkmale müssen wir noch wissen? Hand aufs Herz, das ist natürlich grober Unfug. Es sind Serviceangebote und haben somit als Zielgruppe »Kunden und Interessenten des Unternehmens«, völlig ab von demografischen Zahlen.

Es gibt durchaus Unternehmen, die wenig oder keinen Inhalt für das Social Web haben. Diesen Zustand kann man durch Personal ändern, welches in der Lage ist, diesen Inhalt überhaupt zu sehen, das Potenzial erkennt und umsetzt.
Wer nur ein Serviceangebot anbietet, kann unter Umständen einige Möglichkeiten liegen lassen, die sich positiv auf die Geschäftsprozesse auswirken. Dies ist aber völlig legitim, also nicht verrückt machen lassen, nur weil irgendwo wieder geschrieben steht: Definieren Sie eine Zielgruppe. Vielleicht kann man diesen Punkt einfach überspringen.

Angrenzende Möglichkeiten

Übrigens, wenn man nur Service anbietet, kann man sich das (Social Media) Marketing konsequent sparen. (Bevor wir uns falsch verstehen: Ich meine allgemeine Aktivitäten, nicht die Bewerbung des Serviceangebotes.)
Dies muss man nicht, aber natürlich kann man es. Man kann aber auch, die Plattformen für Hinweise nutzen. Zum Beispiel, wenn man ein besonderes Angebot auf einer Landingpage hat oder eben zu Weihnachten eine Microsite mit einem Adventskalender – klassisch auf der eigenen Seite. In dem Fall dann bitte aber auch nüchtern und nicht aufbrausend. Es muss kein superlativer Hinweis sein – ganz nüchtern »Lassen Sie sich von uns beschenken! http… « – machen wir uns nichts vor, ein Adventskalender zu Weihnachten ist jetzt nicht so innovativ. Auch wenn es sicherlich einige kreative Beispiele gibt.

Nachdem wir nun die Zielgruppe nicht gefunden haben, macht es auch keinen Sinn, ein Themen- oder Redaktionsplan aufzusetzen. Bei einem Themenplan kombiniert mit dem reinen Serviceangebot wird es noch klarer. Es macht keinen Sinn, dafür benötigt man keinen Profi.

Lasst euch nicht von eurem KFZ-Händler verrückt machen. Wenn euch ein Kleinwagen für eure Zwecke ausreicht, dann ist das eben so. Ihr müsst keine LKW-Flotte kaufen nur weil Logistikunternehmen auf den gleichen Straßen unterwegs sind. Natürlich passt in einen 40 Tonner mehr herein. Aber ist er nötig?

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