Twitter Redesign: Ist das der Schlüssel zum Erfolg?

Unverhofft kommt oft. So präsentierte Kurznachrichten-Dienst Twitter Anfang der Woche, dass es für die Webansicht ein neues Layout geben wird. Es sieht aus wie Facebook könnte man meinen und das ist gar nicht weit gefehlt. Aber ist das schlecht? Ich denke nicht unbedingt.

Twitter hat stark mit dem Wachstum seiner Plattform zu kämpfen. Es ist eben nicht so einfach Twitter zu erklären, denn für jeden Nutzer ist es etwas anderes. Ich habe 1 Jahr gebraucht, bis ich mich anmeldete – es hat weitaus länger gedauert, bis ich die schieren Möglichkeiten dieses Netzwerk begriff und somit für mich benutzen konnte.

Erklärungsprobleme

Das Problem, welches Twitter mit sich trägt, ist recht einfach: Ideas that spread, win (Seth Godin) – und Twitter verbreitet sich nur schwer. Twitter ist nur schwer in kurze Worte zu fassen, sofern man sich nicht nur auf ein Anwendungsbeispiel konzentrieren möchte. Dazu bietet das Netzwerk einfach zu viele Möglichkeiten, es zu benutzen. Für den einen ist es eine endlose Zeitung, für den nächsten eine Suchmaschine, Chattool, Linkschleuder oder ein Vehikel mit dem man lokal Leute findet. Für mich ist Twitter übrigens vieles davon – was es nicht einfacher macht, seiner (persönlichen) Bedeutsamkeit gerecht zu werden.

Wenn ich es schon so schwer habe, jemandem Twitter in seiner Fülle beizubringen, wie soll es dann jemand verstehen, der sich nicht mit diesem Medienkram auseinandersetzt? Dann steht dort am Anfang die Frage, wieso sollte ich mich auf 140 Zeichen beschränken wie es mir geht, was ich gerade esse oder wie das Wetter so ist – und abhängig davon, dass man diese Fragen auf jedes Netzwerk adaptieren kann.

Schneller verständlicher werden

Ich halte das neue Design für verständlicher – und wenn es erst mal wie Facebook in 140 Zeichen wahrgenommen wird, dann muss das nicht zwingend schlecht sein. Aber die Menschen haben einen Anhalt, nein, sie haben eine Idee davon, wie es funktionieren könnte. Eine Idee, die sich verbreiten könnte. Das Twitter einen stärkeren Wert auf Bild und Kurzvideo-Formate setzt, ist dem Fortschritt unserer Zeit geschuldet. Die Bandbreiten werden sicher nicht kleiner werden (wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen) und in Moment funktioniert das mit den Bildern noch ganz gut. Warum also nicht auf diesen Zug aufspringen?

Die angekündigten neuen Funktionen wie die Anzeige der besten Tweets oder Tweets, die man pinnen kann, sollen bestehende Profile attraktiver machen. Ich bin der Ansicht, dass dies auch bitter nötig gewesen ist. Ich würde aber nicht so weit gehen und darauf hoffen, dass jetzt sprunghaft die Followerzahlen steigen. Die Entscheidung zum Folgen wird vielleicht einfacher gemacht, indem Twitter einem mehr Informationen für den Entscheidungsfindung zur Verfügung stellt als bisher.

Poweruser nutzen Clients

Den Powerusern kann es ohnehin gleichgültig sein, was Twitter auf seiner Webseite macht. Viele dürften Clients benutzen, auch wenn ich einige kenne, die tatsächlich die Webseite besuchen. Ich nutze die Webseite seit über 4 Jahren nicht mehr, außer ich muss zwingend irgendwas dort einsehen (Einstellungen z.B.), aber benutzbar fand ich die Twitterseite bisher nicht. Ich habe mich zu sehr an die Spaltenansicht meiner Clients gewohnt. Ich bin nicht die Zielgruppe, die Twitter ansprechen möchte. Sollten die jungen Wilden das Netzwerk vielleicht noch für sich entdecken, weil es so „flüchtig“ ist, könnte es für Wachstum und mehr Beitragsersteller sorgen.

Insgesamt bin ich gespannt, wie sich das neue Design auf Twitter auswirken wird.

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