Wir sind bekanntlich eine lesende Generation, das Internet hat einen großen Teil dazu beigetragen. Ich sagte lesen, nicht belesen – das ist ein Unterschied. Im Laufe der Jahre versucht man hin und wieder seine Geschwindigkeit zu erhöhen, dies geht nun auch im Internet.

Speedreading-Apps sind für Smartphones schon länger aus dem Boden geschossen. Ich habe diese auch ausprobiert, denn ich lese wirklich kläglich langsam. Es ist besser geworden, und gerade im Englischen habe ich meine Leistung steigern können. Übung macht den Meister.

Die meisten Hilfestellungen konzentrieren sich darauf, dass man die Wörter nicht alle gedanklich sich vorliest. Es wird angeraten, Wörter nur zu scannen. Ich habe hierbei gemerkt, dass ich dann gern nicht alle Inhalte mitnehme, was mich dazu verleitet, wieder langsamer zu lesen. Ein Teufelskreis.

Es gibt nun für das Web eine Alternative, die Caschy ausgegraben hat. Über ein Codeschnippsel, den man in seine Lesezeichenleiste hinzufügt, kann man OpenSpritz überall einsetzen. Es ist quasi der ganz heiße Scheiß in Moment. “Spritz” ist ein Tech-Startup aus Übersee und erlebt gerade eine hohe Aufmerksamkeit. Es gibt dazu nun eine Open Source Version, die diese Technik übernimmt. Es ermöglicht jedem, nach der eigenen Aufnahmegeschwindigkeit sich den Text der Webseite anzeigen zu lassen. OpenSpritz hat nichts mit Spritz Inc zu tun! Der Schlüssel zur Geschwindigkeit liegt darin, dass man sich auf eine Stelle fokussiert. Die Wörter werden dann in einer vorgegebenen Geschwindigkeit (WPM = Words per Minute) ausgegeben. Dabei bewegt sich der Text nicht von der Stelle, Wort für Wort.

Ich habe dies auf einigen Artikeln nun getestet, deutsche sowie englische. Ich muss sagen, dass ich gefühlt schneller bin. Ob das in der Tat so ist, weiß ich nicht. Die Frage, die ich mir auch stelle: Wie viel lasse ich davon liegen bzw. nehme ich nicht auf? Tendenziell scheint OpenSpritz aber eine interessante Leseart für Webbewohner zu sein, die täglich extrem viel Text konsumieren. Vielleicht bin ich dadurch nicht schneller, wenn es nur zu meinem Wohlbefinden beiträgt, wäre dies ja auch in Ordnung.

OpenSpritz ist eine Modeerscheinung, die ihr aber durchaus zumindest mal ausprobiert haben solltet, falls ihr, so wie ich, mit eurer Lesegeschwindigkeit nicht zufrieden seid. Ob ich es dauert nutzen werde, wird mein Gewohnheitsverhalten zeigen. Vielleicht wird es ja die Art zu lesen tatsächlich auf den Kopf stellen.

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3 Responses

  1. Thorsten

    Toller Tipp. Ich habe das nach der Meldung von Caschy auch mal probiert und bei vielen Texten klappt das wirklich gut. Ab und an hab verschluckt es aber Worte? Aufgefallen ist mir das bei sehr langen Worten (Lesegeschwindigkeit) oder Worten mit Umlauten/Sonderzeichen. Ist Dir das auch aufgefallen oder liegt es wieder an mir (#grmpf) 🙂

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  2. Alexander

    Ich kann mir gut vorstellen, dass “Spritz” vor allem auf Smartphones sehr gut funktioniert. Der Bildschirm ist relativ klein und lange Texte sind nur mit Mühe zu lesen. Zumal Texte von Webseiten, die noch nicht für mobile Endgeräte ausgelegt sind, erst mühsam gezoomt und ggf. in die richtige Position gebracht werden müssen. In diesem Bereich sehe ich ein großes Potenzial für dieses Tool.

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