Abenteuer Fotografie [Buchrezension]

An dieses Buch bin ich ohne jegliche Erwartungen herangetreten. Die Rezensionen dazu lesen sich völlig unterschiedlich – eben eine Frage der Herangehensweise. Meine war recht simpel: Ich habe mich vor dem Urlaub viel mit Fotografie auseinandergesetzt und suchte noch ein deutsches Buch für die Reise.


Also stupste ich Steffen an, dass ein signiertes Exemplar zukommen lassen möchte. Der heutigen Banktransfers sei dank, war das Buch auch noch rechtzeitig im Briefkasten.

Erfahrungsbericht

Der Erfahrungsbericht von Steffen „Stilpirat“ Böttcher ist umfangreich. Er vermittelt aber nichts Technisches, sondern etwas, was man auf anderem Wege lernt.

Und genau diese Erfahrungen schildert er in diesem Buch. Auf eine sehr verständliche Art und Weise, teilweise humoristisch. In einigen Zügen zeigt er auch deutlich, dass er gegen Vorurteile unter Fotografen untereinander ankämpft. Diese Seitenhiebe fand ich stellenweise etwas zu viel, was der Qualität des Buches aber kein Abbruch bildet.

Licht, Licht, Licht

All you need love Licht. Wenn ich eines gelernt habe, aus dem Buch und später auch „beim Rumprobieren“ – gutes Licht ist die halbe Miete. Natürlich ist einem Knipser wie mir bewusst, dass man gute Lichtverhältnisse haben muss, um einem Foto aber das gewisse Etwas einzuhauchen, benötigt man mehr als einen Standstrahler. Steffen geht hier voll und ganz auf natürliches Licht ein und auf. Man kann seine Leidenschaft für den gelben Ball am Himmel erlesen. Und ich muss zugeben – es hat seinen Charme dieses Erlebnis zu teilen.

Ich probierte die Tipps und geschilderten Erlebnisse direkt am 1. Urlaubstag aus. Ich merkte, ich fotografierte anders als sonst. Ich mein, das meiste sind halt Urlaubsbilder – ohne großen Anspruch an eine künstlerische Schöpfung. So lagen wir am Fuße des Burj Khalifa auf einer Wiese und warteten. Auf Licht. Es war später Nachmittag und die Sonne ging bald unter. Sie wanderte um den Khalifa und brach auf einer der 3 Ecken des Turms. Also wartete ich darauf, dass die Sonne wanderte und sich auf der Kante des Turms bracht.

Emotionen einfangen

Was wohl jeder irgendwie versucht: Momente einzufangen. „Ein toller Schnappschuss“, sagen die Familienangehörigen dann gern beim Anschauen. In der Tat, es ist nicht einfach und es verlangt sehr viel Übung. Stefan erklärt diese Art von Bildern und schildert dabei sehr gut seine Herangehensweise. Es ist so verständlich, dass man es nachahmen kann. Ich habe im Urlaub dann ständig versucht, Momente einzufangen. Es ist nicht einfach, vor allem wenn man wildfremde Leute fotografiert. Immerhin möchte ich keine Diskussion über Persönlichkeitsrechte eingehen.

Viel zu entdecken

Das Buch bietet Anfängern wie mir eine exzellente Starthilfe. Es beantwortet einfach viele Fragen, die man gar nicht hat. Natürlich sieht man die Welt oft in „Bildern“, gerade wenn man die Kamera nicht dabei hat. Man sieht Motive. Ist es normal sich bei einem Mistwetter stundenlang hinzustellen, um den Morgentau einzufangen? Diese Fragen und andere Tipps, die man sich gibt, finden sich in diesem Logbuch.

Fazit

Unterm Strich ist das Buch ein gelungenes Werk. Mir hat es weitergeholfen, weil ich mich in meiner fotografischen Entwicklung noch irgendwo am Anfang befinde. Es ist ein Ratgeber eines „befreundeten Fotografen“. Man merkt Steffen seine Passion an. Ich kann das Buch jedem weiterempfehlen, der das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten. Es sind viele Tipps und Kniffe in dem Buch enthalten. Zum Beispiel mit welchem Auge sollte man durch den Sucher schauen?!

Die Äußerungen über die Weberfahrungen hätte ich moderater verpackt. Für den Laien ist es aber so sicherlich verständlicher, dass zu viel Müll im Web gepredigt wird.

Was ich mir gewünscht hätte: ein kleiner Exkurs mit einigen Handkniffen. Wie man z. B. bestimmte Bilder hinbekommen – eine Art „To do“ – sicherlich auch, weil mir das Wissen noch fehlt, um z. B. ein Bokeh zu schießen. Ich kann dies sicherlich googlen, jedoch hätte ich es mir z. B. am Ende des Buches irgendwie gewünscht. Dann wäre es eine sehr sehr runde Sache gewesen.

So kann ich das Buch jedem empfehlen, der sich auf eine emotionale Art und Weise der Fotografie nähern möchte. Meine Lehre aus diesem Buch ist: Viele meiner bisher geschossenen Bilder sind belangloser Müll. Leider.

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