Fußgängerüberwege und Ampeln gehören zu Gefahrenpunkte im Straßenverkehr. An Kreuzungen sind Ampeln, die jedoch gern ignoriert werden. Smart hat in Lissabon eine Fußgängerampel etwas modifizieren lassen, um temporär für mehr Sicherheit zu sorgen. Eine charmante Umsetzung, auch wenn das „Ergebnis“ wie so oft diskutabel ist.

Automobilhersteller Smart lies in Lissabon eine Fußgängerampel manipulieren. Das rote Ampel-Männchen steht nicht rum, sondern tanzt zu ausgewählter Musik. Freiwillige Passanten wurden in einem Stand gefilmt, während sie zu einem Musikgenre tanzten, dass sie sich vorher aussuchen durften. Die Bewegungen des Körpers wurden dann live auf eine LED-Wand, sowie auf eine Fußgängerampel übertragen.

smart-dancing-traffic-light2

Eine charmante Idee und die Aussage, dass 81% mehr Leute an der roten Ampel stehengeblieben sind, will ich auch gar nicht in Frage stellen. Natürlich ist das so. Immerhin ist das Verhalten der Ampel nicht alltäglich. Es ist neu und Neues unterbricht nun mal. Daher ist die Frage, wie sich solche Gamifaction-Ansätze in Langzeitstudien auswirken würden. Es würde nicht lange dauern, bis wir uns daran gewöhnt haben. Die Besonderheit ist verflogen und die Passanten verfallen wir in alte Muster und ignorieren häufig das rote Signal – ob nun mit oder ohne Bewegung. Dies soll aber die einzige Kritik sein.

Die Idee finde ich prima. Vor allem gefällt mir aber die gute Laune der Leute, die an der Ampel stehen. Diese positiven Impulse der Unterhaltung funktionieren gut, dass hat Volkswagen in der Vergangenheit mit den Ideen der Fun Theory gezeigt. Der tiefste Mülleimer der Welt als auch das Stufenpiano gehören zu den unterhaltsamsten Gedanken.

Ich halte diese Ideen neben dem Werbeeffekt für die dahinterstehenden Marken für ein gutes Mittel, um auf alltägliche Probleme hinzuweisen. Verkehrsunfälle an Ampeln ist sicher so ein Problem. Seinen Müll nicht neben in den Mülleimer zu werfen ebenfalls. Die größte Überraschung entsteht dabei, wenn man nur ein wenig an den Details dreht – was schwieriger ist als es sich anhört.

Kai Thrun
Autor

Hallo, ich bin Kai - der Autor dieses Blogs. Ich setze mich mit Kommunikation auseinander und halte meine Erfahrungen und Gedanken in diesem Blog fest. Ein Mensch widmet sich in seinem Leben jedoch mehr als einem Thema. Daher findest Du in diesem Blog vielleicht auch Themenwelten, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen.

4 Kommentare

  1. An Ampeln mit einer hoher Anzahl an Rotläufern sicher sinnvoll. Interessant wäre wirklich, wie nachhaltig das tanzende Ampelmännchen sich auf die Anzahl von Rotläufern auswirkt.

  2. Haha…super 🙂 Fragst sich nur ob das auch ohne Musik funktioniert!? Ich plädiere für zumindest eine solche Ampel in Bonn um das auszuprobieren!

    LG
    Michèle

  3. Peter Dworak Reply

    In der einstigen DDR gab es das grüne Ampelmännchen (Geher); es ist weltweit bekannt… und das rote tanzende Männchen würde die Wartezeit an den Ampeln verkürzen und eventuell zur Fitness animieren. Als Trainer kann ich dies nur befürworten.

Hinterlasse mir einen Kommentar