Wer bei Apple in der Schlange steht, dem geht es nicht um das Produkt

Die Überschrift muss zwar einige Kollateralschäden mit sich nehmen, aber das Produkt ist in der Tat zweitrangig. Heute kommt das iPad2 auf den europäischen Markt und man hört vielerorts von Menschen, die vor einem Apple-Geschäft warten. Aber warum?

Es geht um die Geschichte. Es geht dem Menschen “meistens” um die Geschichte. Natürlich vermag es sich mm Fall des iPad2 sicherlich auch um ein gutes Produkt handeln, aber deswegen stelle ich mich nicht (unbewusst) vor einen Apple-Store. Möchte ich das Produkt ansich haben, nehme ich dafür den kürzesten Weg. In dem Fall wäre der schnellste Weg ein Import des Gerätes gewesen.

Geschichte?

Die Marketingleute werden schon ahnen, dass es um Storytelling geht. Ich habe als Käufer etwas zu erzählen. Nicht wie toll das Produkt letztlich ist, sondern das ich einen besonderen Tag verbracht habe. Oder eine Woche, für die Extrembeispiele. Es hat sich eben etabliert vor einem Apple-Store zu warten und die Zeiten um wirklich erster zu sein, nimmt zu. Mit jedem Produktlaunch ebbt jedoch die Exklusivität der Geschichte ab. Schaut man sich das prominente deutsche Beispiel Richard Gutjahr an, dann wird es klar, dass er eben genau auf diese Geschichte(n) “abgestempelt” wird. Unabhängig von seiner Qualifikation hat er in New York vor einem Apple-Store gewartet. Das macht ihn ganz klar zum iPad-Kaufentscheidungsfachmann oder so etwas.

Es gab 2006 (glaube ich) in den USA einen Hummer mit Nike-Reifen. Niemand braucht einen Hummer mit Nike-Reifen. Dennoch haben die Leute das Modell gekauft, denn Sie hatten was zu erzählen. Bei den Kollegen, Freunden und den Nachbarn.

Storytelling ist nichts Neues. Gern aber unterschätzt und schwer zu “entfachen”, wie Google an der Geschichte mit Buzz unschwer erkennen musste. Anstellen ist übrigens auch nichts Neues. Das gab es schon vor Apple. Es soll früher Leute gegeben haben, die die Nacht auf der Straße verbracht haben um Konzertkarten zu bekommen 😉

In dieser Schlange zu stehen, sitzen, warten ist sicherlich auch etwas besonderes. Austauschen unter Gleichgesinnten. Dort wird auch die ein oder andere Geschichte erzählt, emotional wie der Mensch nun mal ist.

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