Nach dem langen Warten auf die Apple Watch wurde das Geheimnis endlich gelüftet. Apple portiert Dinge auf das Handgelenk und lässt den Nutzer, sofern er überhaupt will, weiter mit dem iOS-Universum verschmelzen.

Eine Apple Keynote gucke ich mir mit großem Interesse an, aber ich flippe deswegen nicht aus. Schon gar nicht wegen einer Smartwatch, die ich ohnehin nicht haben wollte. Auf einer Skala von 0 bis Kai Thrun war meine Vorfreude etwa bei 0. Ich habe mir erst kürzlich eine Uhr für gutes Geld gekauft. Ich habe ein Runtastic Orbit sowie eine TomTom Cardio. Ich kann also feststellen, wie spät es ist, wie viele Schritte ich am Tag so gehe und wie mein Herzschlag ist, während ich laufe. Und wie lang die Distanz gewesen ist, die ich gelaufen bin. Der Gamer würde sagen, ich bin equipped. Dennoch kann ich mir ernsthaft vorstellen, eine Apple Watch zu kaufen.

Warum eine Apple Watch?

Die Frage nach dem Warum ist lässt sich einfach erklären: Komfort.
Es gibt genau 2 Funktionen, die es mir angetan haben. Das Bezahlen wird außer in einem Starbucks in Deutschland nicht möglich sein. Ich glaube zumindest nicht an dieses Wunder. Obwohl ich Apple zutraue, auch hier irgendeine Supermarkt-Kette als Akzeptanzstelle zu initiieren. Apple könnte hier mit finanziellem Zuschuss für Vortrieb sorgen. Ich glaube aber nicht daran. Spannend fände ich es trotzdem.

Ich habe eine Waage mit WLAN, da ich keine Ambition habe, mein Gewicht ständig zu notieren, ich es aber im Blick haben möchte. Ich brauche es nicht, aber es ist praktisch. Ich zahle für meine Faulheit.

Unterstützung meiner Faulheit

Die Funktion, die mich in meiner Faulheit unterstützen wird, ist die Verlängerung meines iPhones innerhalb eines WLANs. Ich kann also z.B. ein Telefonat am Herd annehmen, obwohl mein iPhone auf dem Schreibtisch liegt. Andersherum kann ich Freunde anrufen, ohne mein Telefon ständig zu suchen. Und ich bin Meister im Weglegen.

Ich kann auf dem Sofa liegen und alles, was mir spontan einfällt, in die Apple Watch quaken. Die Erinnerung synchronisieren sich dann und ich musste mich nicht bewegen, weil ich gerade so gut gelegen habe. Diese Vorstellung mag vielleicht überspitzt wirken, aber genau darum geht es doch. Es geht doch darum, das Leben bequemer zu machen und nicht die Uhrzeit anzuzeigen.

Erlebnis über Fakten

Wer Apple als Marke betrachtet, dem muss doch irgendwann auffallen, dass das Erlebnis ein größeres Verkaufsargument ist als harte Fakten. Menschen treffen eben sehr selten rationale Entscheidungen – bzw. seltener als wir dies zugeben mögen. Wieso sollte dies jetzt also anders sein?

Wer die Apple Watch als Uhr betrachtet, nur weil man das Ding am Handgelenk trägt, der hat es nicht besser verdient. Ich nutze mein iPhone ja auch nicht ausschließlich zum Telefonieren.

Viel Luxus

Natürlich ist eine Apple Watch ein Luxusgut. Ja, auch die Watch Sport. Aber genau aus einem ähnlichen Komfort heraus, besitze ich Sonos-Lautsprecher. Braucht prinzipiell, wenn man das Internet fragt, kein Mensch. Wirklich nicht. Es ist jedoch komfortabel über WLAN seine Musik aus dem Bett zu steuern, oder einen Musikstreaming-Dienst anzukoppeln. Technisch geht das mit wesentlich günstigeren Mitteln. Es ist aber eben eine Frage des Erlebnisses.

Wenn die ersten Tests also bestätigen, dass ich im selben Wlan, Uhr und Telefon nicht am Mann haben muss, dann kann ich mir das gut vorstellen. Wenn dann die ersten Leute davon berichten, wie einfach es eben ist und was die Apple Watch kann, dann kann ich mir vorstellen, dass die Uhr »fliegen« wird. Mit Startschwierigkeiten aber ich bin da zuversichtlicher als bei Google Glass, die ich nie verstanden habe. Geschmäcker sind eben verschieden.

Zu den oben genannten Szenerien kommen weitere Einsatzgebiete. Sport, vielleicht ein wenig Medizin oder wenigstens Quantified Self. Ich benutze die Apple Watch beim Sport, zum Rumspielen. Ich gehe davon aus, dass Airlines sehr schnell ihren QR-Code von der Bordkarte auf die Watch bringen. Der stete Tropfen höhlt den Stein. Es gibt viele Möglichkeiten, um den Konsumenten (also mich) mit der Apple Watch und ihrer Steigerung an Luxus (man könnte fast Lebensqualität sagen) in Verbindung zu bringen. Das Wiederholen dieser Vorgänge bildet eine Gewohnheit: Zack, und schon möchte man seine Apple Watch nicht mehr missen. Alle anderen Spielereien der Apps oder Informationen sind nicht das Kernprodukt. Dies gibt es oben drauf.

Batterie

Einen Punkt darf man nicht außer Acht lassen. 18 Stunden Batterie-Zeit. Ich kenne Leute, die laufen pauschal mit einem Akkupack los, weil das Smartphone es sonst nicht bis zum Mittag schafft. Ich finde die Batterie-Laufzeit zwar knapp bemessen, denke aber, es ist möglich damit durch den Tag zu kommen. Eine Apple Watch neben das iPhone zum Laden zu legen, kann meiner Meinung nach nicht die Herausforderung sein. Es ist aber sicherlich der kritische Punkt neben dem Kaufpreis.

Abwarten

Die Eindrücke sind in Moment nur Vorstellungen, die sich in der Realität ganz anders darstellen können. Vielleicht ist die Watch auch unbequem am Handgelenk, was auch nicht so unwesentlich bei einem Lifestyle-Produkt am Arm ist. Sollte die Uhr aber im WLAN das Telefon weitestgehend für einfache Aufgaben ersetzen, dann kann ich mir durchaus vorstellen. Auch wenn die Nutzung von Siri auch bei mir noch ausbaufähig ist. Ich hätte Sonntag sicherlich keine Apple Watch gekauft, wozu auch? Seit gestern glaube ich, die kann schon was – auf einer ganz subtilen Ebene.

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3 Responses

  1. paradonym

    Man wundert sich echt, wie viel an Armbanduhr-Bezahlen schon möglich wird. Vieles braucht nur einen QR-Code, der auf die Armbanduhr gepusht wird und gut ist. So habe ich z.B. schon mal PayPal QR-Shopping über die Pebble gemacht etc etc.
    Starbucks hatte mich sogar schon mal gefragt ob ich mit Smartphone, Armbanduhr, Karte oder in Bar bezahlen wollte 😀

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  2. Andy

    Ich denke eine Smartwatch ist irgendwo schon eine nette Spielerei. Niemand braucht´s wirklich… Trotzdem…- ich habe zwar (noch) keine und beabsichtige demnächst auch keine zu kaufen, aber ich sage nicht, dass ich die mir nie zulegen würde. Ich kenne genug Leute, die sagen bei aller neuen Technologie: “Ich brauche so was nicht” und dann irgendwann haben sie´s dann auch (… war bei den Handys so und mittlerweile kenne ich niemanden, der keins hat). Das Lästige (nicht nur bei der Apple Smartwatch) ist, dass der Akku laufend leer ist, Wahrscheinlich ist er, wenn man sie benutzt, noch schneller leer. Das sollte man sich zumindest bei der ersten Generation der Uhren vor Augen halten. Aber die Technik entwickelt sich bestimmt auch hier weiter und bald wird es Apple (oder andere Smart) Watches geben, die ein längeres Durchhaltevermögen haben (… und dann einen grösseren potentiellen Kundenkreis ansprechen).

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  3. Jens Klöntrup

    Du bist ja eh schon Uhrenträger, soweit ich das richtig bemerkt habe!?
    Für Dich ist die Erfahrung vielleicht eine ganz andere, viel positivere, als für viele andere aus unserer Generation. Ich kenne zumindest wenige Leute, die überhaupt eine Uhr tragen. Höchstens aus modischen Gründen oder ein wesentlich älteres Publikum, bei dem es auch und vor allem um Prestige geht.
    Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Apple Watch mich nicht so anspricht. Ich habe es in letzter Zeit mit einem Fitnesstracker probiert und fand diesen bereits störend.
    Ich bin mal gespannt, wie Dein Bericht zur Watch ausfällt…

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